Grußwort zu den Neujahrskonzerten 2023

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Musikfreunde, liebe Freunde des Homburger Sinfonieorchesters,

Als ich den Anruf des Homburger Sinfonieorchesters erhielt, dass man einen Dirigenten für die Neujahrskonzerte suche, erklärte ich mich spontan bereit, diese interessante und schöne Aufgabe zu übernehmen.

Das von mir erstellte Programm trägt die Überschrift „Walzerzauber“ – man sollte vielleicht noch ergänzen Walzerzauber von Wiener Komponisten. Ob Wolfgang Amadeus Mozart, Emmerich Kálmán, Franz Léhar, Otto Nicolai oder Johann Strauss, sie alle lebten in Wien und feierten dort ihre größten Erfolge. Der unbestrittene „Walzerkönig“ ist jedoch Johann Strauss, weshalb er in diesem Programm auch schwerpunktmäßig vertreten ist. Die Operetten „Die Fledermaus“ und „Der Zigeunerbaron“, deren Ouvertüren wir spielen werden, zählten zu seinen größten Bühnenerfolgen.

Beginnen werden wir jedoch mit W. A. Mozart, dessen Oper „Così van tutte“ 1790 im „alten“ Wiener Burgtheater am Michaelerplatz uraufgeführt wurde. Die berühmte Ouvertüre dieser Oper wird die Vorspeise unseres Walzermenüs sein, ein feuriger Hauptgang, die schon erwähnte Ouvertüre von der Operette „Der Zigeunerbaron“. Auch Shakespeare darf etwas dazu steuern, lieferte er doch die literarische Vorlage für Otto Nicolais Oper „Die lustigen Weiber von Windsor“, dessen Ouvertüre eine echte Herausforderung ist.

Der Höhepunkt des Konzerts wird jedoch die wunderbare französische Sopranistin Charlotte Dellion sein, die Sie mit traumhaften und temperamentvollen Gesangspartien verzaubern wird.

Etwas möchte ich Ihnen noch über den Wiener Walzer erzählen, der eine Besonderheit hat, die es nur bei ihm gibt. Er ist der einzige Walzer, der in der Begleitung die Beinbewegung der Tänzer berücksichtigt. So erfolgt das Heranziehen des rechten Beines immer etwas verspätet. Das Gleiche machen die begleitenden Instrumente mit der dritten Zählzeit, das Markenzeichen eines jeden Wiener Walzers. Vielleicht können Sie es ja heraushören.

Ich wünsche Ihnen ein wunderschönes Konzert – lassen Sie sich verzaubern.

Ihr Stefan Zimmer


Stefan Zimmer, Dirigent

© Werner Richner / SR
1964 in Saarbrücken geboren, studierte Stefan Zimmer Orchestermusik und Instrumentalpädagogik an den Musikhochschulen in Saarbrücken und Detmold. Er ist 1. Bundespreisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert”, 1. Preisträger des Detmolder Hochschulwettbewerbs und war Finalist beim renommierten ARD-Wettbewerb. Nach seiner Mitgliedschaft in der Jungen Deutschen Philharmonie wurde er 1988 stellvertretender Soloklarinettist im Orchester des Staatstheaters Stuttgart. Von 1989 bis 2007 spielte er auf der gleichen Position im Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken und seit 2007 bei der Deutschen Radio Philharmonie.

Stefan Zimmer ist auch ein gefragter Kammermusiker. So war er langjähriges Mitglied des Avalon Bläserquintetts und des Mithras-Ensembles. Auch die pädagogische Arbeit war für ihn immer von großer Bedeutung. Er unterrichtete viele Jahre eine Hauptfachklasse an der Hochschule für Musik Karlsruhe, leitete die Bläserproben der Hochschule für Musik Saar, der Mannheimer Philharmoniker, des Landesjugendsinfonieorchester des Saarlandes, des Homburger Sinfonieorchesters und ist Dirigent des SaarWindOrchestra.